Recycling-Dom auf der BUGA 2021

Als ehrenamtliche Akteure im „Garten der Verbände“ veranstalteten wir in Zusammenarbeit mit anderen Initiativen und Vereinen Erfurts, Events zur ökologischen und transkulturellen Bildung in dem Gesprächspavillon aus Sperrmüllmaterialien.

Über den Bau und das Prinzip einer geodätischen Kuppel
Das Prinzip des Geodoms, auch geodätische Kuppel genannt, wurde Mitte des 20 Jahrhundert durch den amerikanischen Architekten Richard Buckminster Fuller entwickelt. Sie besteht aus unterschiedlich großen, zusammengesetzten Dreiecken, die eine Kugeloberfläche bilden. 
Das Prinzip kommt in der Natur auch bei den größten nachgewiesenen Molekülen vor, die nach dem Entwickler Fullerene getauft wurden. Dies ist ein überzeugender Beweis für die Stabilität und Effizienz der Struktur.
Ein Fußball ist die wohl einfachste und bekannteste Form einer Geodätischen Kuppel. Wie bei klassischen Bällen bilden auch die Dreiecke unserer Kuppel ein Netzwerk aus Fünf-und Sechsecken. Die Anzahl der Streben von einem Fünfeck zum nächsten nennt man Frequenz (v). Die Kuppel bietet eine besondere akustische Atmosphäre: Ein im Zentrum stehender Sprecher hört sich aufgrund der Schallreflektion selbst verstärkt. Auch Personen in gleicher Entfernung vom Mittelpunkt verstehen sich in der Kuppel besser als draußen.
Insgesamt haben wir in der 6m hohen Kuppel über 600 Holzleisten verbaut. Diese stammen aus alten Lattenrosten, die sich aufgrund ihrer Flexibilität ideal dafür eignen. Alle Dreiecke unterscheiden sich in der Seitenlänge, obwohl sie auf den ersten Blick identisch aussehen. Die Kuppel auf dem Petersberg besteht aus Streben mit 16 verschiedenen Längen, die alle wie bei einem Puzzle richtig zusammengefügt werden müssen.
Geodätische Kuppeln sind trotz geringstem Materialeinsatz und großer Außenflächen äußerst tragfähig und stabil, da auftretende Belastungen optimal über die gesamte Struktur verteilt werden und Winde das das Kugelkonstrukt kaum greifen können. Deswegen werden sie auch häufig an Standorten mit rauen Wetterbedingungen eingesetzt, beispielsweise in der Arktis, in Orkangebieten, in der Raumfahrt – oder auf dem Petersberg. So konnte auch unser fragil wirkender Leichtbau aus leichten Holzlatten und alten Folien trotz der exponierten Lage über den Dächern der Stadt, jedem Sturm und Sommergewitter trotzen.